Konzeptionelle Gedanken -

"Wenn wir in unserer täglichen Arbeit etwas ändern wollen, müssen wir etwas anders machen."

     

 

 

Allgemeines

Die Genehmigung der Durchführung des Unterrichts einer Sonderschule wurde durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg im Jahr 1996 erteilt. In unserer Förderschule mit Ausgleichsklassen in privater freier Trägerschaft werden Kinder und Jugendliche beschult, welche mit starker Schulaversion, Schulbummelei und/ oder starken Verhaltensstörungen zu uns kommen und deren Integration in einen größeren Klassenverband an den Regelschulen nicht mehr gewährleistet werden kann.
Ein wesentliches Ziel der sonderpädagogischen Förderung ist die Wiedereingliederung der Schüler in die Regelschulen. Es finden sowohl Schüler/innen aus dem Grund- und Sekundarschulbereich (1 - 10) Haupt- und Realschulbildungsgang und aus dem Lernbehindertenbereich (Klasse 1 - 9) Aufnahme. Erziehung, Unterricht und sonderpädagogische Maßnahmen sind miteinander verwoben und ergänzen sich gegenseitig.
Unsere sonderpädagogische Fördereinrichtung orientiert sich an den gültigen Rahmenrichtlinien des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Sachsen-Anhalt. Durch therapeutische Förder- und Erziehungsmaßnahmen werden erzieherische und schulische Defizite bearbeitet. Dies geschieht im Einzelunterricht mit entsprechend individualisierten Lerneinheiten und in kleineren Lerngruppen von maximal 8 Schüler/innen. Ein besonders auf die Probleme dieser Kinder und Jugendlichen ausgerichtetes und ausgebildetes Personal sorgt dafür, dass die schulische, persönliche und soziale Entwicklung des Einzelnen gleichermaßen gefördert wird. Pädagogische Mitarbeiter/innen unterstützen in einzelnen Stunden die Lehrkräfte in ihrer Arbeit.

In unserer Schule werden durchschnittlich 100 Schüler/innen von Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet und betreut.

Der Tagesablauf in der Schule

Das Lehrerkollegium trifft sich täglich 07:45 Uhr zu einer Beratung und Einweisung in den Schultag. Dabei werden eventuelle Probleme, die am Nachmittag des Vortages aufgetreten sind und den Tagesablauf beeinflussen können, besprochen.

Die Tagesschüler/innen werden durch Taxiunternehmen zur Schule gebracht oder kommen aus dem Kinder- und Jugenddorf direkt zu den einzelnen Klassenräumen.

Unser Unterrichtstag dauert von 08.15 - 13.15 Uhr und beinhaltet bis zu 6 Unterrichtsstunden. Hierbei werden in den ersten drei Unterrichtsstunden vor allem die Hauptfächer unterrichtet. Zur Auflockerung des Tages werden Betreuungs- und Bewegungsphasen in den Unterrichtsablauf eingebunden. Entsprechend den schulischen Bedürfnissen oder den Festlegungen der Förder- und Erziehungspläne erhalten unsere Schüler/innen je nach Bedarf Förderunterricht in den einzelnen Schulfächern. Diese unterstützende Maßnahme umfasst 1-2 Unterrichtsstunden pro Woche mit einem zeitlichen Umfang von 40-80 Minuten.

Wir pflegen engen Kontakt zu anderen Schulen, wie z.B. der Sekundarschule Könnern mit der wir gemeinsame Sportwettkämpfe oder Freizeitveranstaltungen organisieren.
Hauptaugenmerk wird neben der Wissensvermittlung vor allem auf erzieherische Aspekte gelegt, wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Ordnung und auf den sozial-emotionalen Bereich. Wichtig ist die Einbeziehung der Schüler/innen in die Gestaltung des täglichen Lernprozesses, wobei offene Unterrichtsformen und Methodenwechsel sowie Anspannungs- und Entspannungsphasen eine wichtige Rolle spielen.

Der Schulalltag:

1.Stunde 08:15 - 08:55  
2.Stunde 09:00 - 09:40  
Hofpause    
3.Stunde 09:55 - 10:35  
4.Stunde 10:45 - 11:25  
Hofpause    
5.Stunde 11:45 - 12:25  
6.Stunde 12:35 - 13:15  
Schulessen 13:00 - 13:15  

 

Ein jährliches Betriebspraktikum in Betrieben und Firmen der Umgebung wird neben dem Praxistag durchgeführt. Für zwei Wochen lernen die Schüler ab der 8. Klasse (oder überalterte SchülerInnen die dieser Klassenstufe zugeordnet werden müssten) die Arbeitsweise einzelner Betriebe kennen und müssen dabei lernen, auch in fremder Umgebung mit ihnen fremden Personen "klar zu kommen". Während des Praktikums werden die Schüler von einer Lehrkraft am Praktikumsplatz regelmäßig besucht. Außerdem führen sie selbstständig einen Praktikumshefter.

Aber auch alle anderen Klassen bereichern ihren Unterricht durch das Planen und Durchführen von Projekten. Dies sind zum Beispiel die Projekte:

- Natur erleben

- Gesunde Lebensweise

- Besuch von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben

- AIDS - wie kann ich mich schützen?

- Umgang mit Drogen

- Gewalt ist keine Lösung

 

Konzeptionelle Grundgedanken

Unsere Kinder und Jugendlichen sind in ihrer Art eigenständige Menschen, mit achtenswerten Eigenschaften und eigener Würde. Wir nehmen die Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule besuchen erst einmal so an, wie sie sind, mit ihren großen Problemen, ihren schlechten Erfahrungen, sozialen Defiziten, massiven Verhaltensstörungen, aber auch mit ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und ihrer Individualität.

Ein Motto unserer Arbeit lautet: "Schule soll Spaß machen und trotzdem Wissen vermitteln!"

Die Arbeit am Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Tätigkeit, das gegenseitige Miteinander, das Akzeptieren anderer Meinungen und das Lösen von Stresssituationen ohne Gewalt. Wir versuchen unseren Schülern positive Schul- und Lebenserfahrungen zu vermitteln, ihr Selbstvertrauen zu stärken und Defizite nach und nach auszugleichen, damit sie besser auf Fremd- und Selbstforderungen reagieren können. Wir fördern das Streben nach Selbstständigkeit und versuchen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie ernst genommen werden. Nur so kann gegenseitiges Vertrauen wachsen und ein Gefühl entstehen, nicht allein mit allen Problemen zu sein. Unser Zusammenleben gründet sich auf der Absprache und Einhaltung von exakt festgelegten Regeln und Normen sowie einer regelmäßigen Auswertung.

Mit steigender Schülerzahl in den letzten Schuljahren ist es zu beobachten, dass es auch Kinder und Jugendliche gibt, die sich in die Gegebenheiten unserer Schule nicht einordnen können. Hierzu gehören Kinder und Jugendliche mit hartnäckigen Leistungsverweigerungen aber auch solche, die andere Kinder und Erwachsene verbal und nonverbal attackieren oder selbst angegriffen werden. Die Beschulung in einer sonderpädagogischen Fördereinrichtung sollte auch diesen Kindern und Jugendlichen die Chance geben, sich in eine schulische Gemeinschaft einzugliedern. Mit der Gründung einer Projektklasse im Jahr 1999 haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Hier wird noch individueller, auf die spezielle Problematik der SchülerInnen abgestimmt, gearbeitet. Ein großer Bestandteil der Arbeit liegt im praktischen Betätigungsfeld, im offenen- oder Projektunterricht. Gegenwärtig bestehen mehrere Projektklassen.

Im Schuljahr 2003/2004 eröffneten wir ein Werkstattprojekt. Zielgruppe sind Jugendliche ab 7. Schulbesuchsjahr, die an ihren Herkunftsschulen besonders durch Schulfrust und Schulaversion aufgefallen sind und auch unter unseren Strukturen im kleinen Klassenverband mit vollem Stundenumfang nicht mehr beschulbar sind. Im Werkstattprojekt sollen diese Jugendlichen über einen handlungspraktischen Ansatz einen anderen, intrinisch - motivierten Zugang zu schulischen Lerninhalten finden. Im Zentrum der pädagogischen Ziele stehen neben der Stoffvermittlung des Lehrplans insbesondere Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Sozialkompetenz, Kreativität, Erlernen von Arbeitstechniken ... Diese Jugendlichen werden überwiegend mit praxis- und handlungsorientierten Tätigkeiten in Verbindung mit integriertem Unterricht ihre Schulpflicht erfüllen oder einen erfolgreichen Schulabschluss erreichen.

Unsere Einrichtung nutzt die gegebenen Gestaltungsmöglichkeiten einer Schule in freier Trägerschaft durch zusätzliche, individuelle Förderangebote im Leistungs- und Verhaltensbereich. So werden zum Beispiel Übungen und Kurse mit Psychologinnen zur Lösung von Konfliktsituationen und Verhaltenstraining bei Schulaversion angeboten. Weiterhin besteht bei uns die Möglichkeit der psychologischen, und therapeutischen Betreuung, der Bewegungs- oder Reittherapie. Bei der Reittherapie erlernen die Kinder und Jugendlichen u. a. das Reiten, die Pflege  und den Umgang mit Pferden oder anderen Tieren. Im Rahmen einer ganzheitlichen Erziehung bieten wir Projekttage zu verschiedenen Themen, Erlebnispädagogik sowie Feste und Feiern an. Ein speziell ausgebildeter Erlebnispädagoge vermittelt besonders auffälligen Jugendlichen in Tages- oder Mehrtagesfahrten Grenzerfahrungen, die die Maßnahmen, die innerhalb unserer Einrichtung durchgeführt werden, unterstützen.

Schule muss im Ganzen betrachtet werden. Das beginnt beim Schülertransport, der Gestaltung von Unterrichts- sowie Pausenräumen und einem freiwilligen Angebot. In einer angenehmen Umgebung lässt es sich eben besser lernen. Kinder und Jugendliche mit Schwächen, wie der Beherrschung der deutschen Sprache, dem Lesen oder Rechnen sind zu fördern, sonst werden sie im Alltag zu Außenseitern. Adipöse Kinder sind durch Ernährungs- und Bewegungsangebote zu unterstützen, sonst werden sie gnadenlos ausgegrenzt. Das gleiche gilt auch für Hochbegabte. Auch deren Stärken sind zu fördern: sei es im Bereich der Musik, Mathematik oder Sport. Ausgrenzung führt auch zu negativem Stress und belastet Kinder und Jugendliche, Lehrer und Eltern.

 

Der Wettbewerb

Um die Schüler zu motivieren, sie anzuspornen und ihnen einen Anreiz zu geben, ihr eigenes Verhalten zu steuern, wurde ein Punktesystem erarbeitet, welches abrechenbar und übersichtlich für Schüler und Lehrkräfte ist. Die Schüler/innen erhalten für jede Unterrichtsstunde bis zu 3 Punkte auf die Kriterien Pünktlichkeit, Ordnung, Mitarbeit, Provokation. In jeder Unterrichtsstunde werden die Punkte gemeinsam mit den Schülern ausgewertet. Jeden Montag findet ein Meeting statt, bei welchem die Wochensieger und -verlierer bekannt gegeben werden. Die besten Schüler/innen erhalten eine Urkunde. Ein besonderer Anreiz ist es, diese Urkunden zu sammeln und für eine entsprechende Anzahl eine Auszeichnung in Form einer Exkursion, Wanderfahrt oder ähnlichem zu erhalten. Unser Augenmerk im Schülerwettbewerb liegt in der unmittelbaren Verhaltensreflexion, deren Grundlage kleinschrittige und überschaubare Ziele sind. Des Weiteren steht es jeder Lehrkraft frei, individuelle Stimuli und Verstärker in ihrer Unterrichtsarbeit einzusetzen.

Förder- und Erziehungspläne

Die Förder- und Erziehungspläne werden nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit von ca. sechs bis acht Wochen für jeden Schüler individuell erstellt. Sie dienen dann als Arbeitsgrundlage für das laufende Schuljahr und werden bei Bedarf ergänzt oder geändert.

Für die Erstellung berät sich der Klassenlehrer im Team mit Fachlehrern, wobei konkrete Beobachtungen, Anmerkungen und Hinweise der Mitarbeiter und der Therapeuten einfließen. Es erfolgt eine Einschätzung des aktuellen Lern- uns Sozialverhaltens eines jeden Schülers, welche mit individuellen, auf die Schülerpersönlichkeit abgestimmten Förderschwerpunkten und Maßnahmen zur Umsetzung festgehalten werden. Die Entwicklung der SchülerInnen wird nach einem festgelegten Zeitraum im Team analysiert, um daraus weitere Zielstellungen abzuleiten. Die Förder- und Erziehungspläne erhalten die Erzieher, Eltern sowie die zuständigen Jugendämter.

Die Förderbereiche umfassen folgende Schwerpunkte:

- Kognition / Denken

- Wahrnehmung

- Sprache / Kommunikationsfähigkeit

- Motorik

- Emotionale und volitive Komponenten

- Sozialverhalten

- Lern- und Arbeitsverhalten

Die Fortschreibung der Förder- und Erziehungspläne erfolgt entsprechend des erreichten Entwicklungsstandes nach spätestens einem Jahr.

Die Zusammenarbeit mit Erziehern und Eltern

Es werden regelmäßig Besprechungen über die Belange der einzelnen Schüler/innen mit den Erziehern und Eltern durchgeführt. Ein wichtiger Punkt der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Erstellung von Hilfeplänen und gegebenenfalls gemeinsame Gespräche  mit den Jugendämtern über die Entwicklung und Perspektiven des entsprechenden Kindes. Die von den Lehrkräften erstellten Förderpläne werden mit den Erziehern und Eltern abgestimmt.

Regelmäßige Schulkonferenzen (z.B. Gesamtkonferenz) sind ein weiteres wichtiges Moment der Zusammenarbeit. Es werden zwei Elternversammlungen im Jahr durchgeführt, zu denen die Eltern eingeladen werden, um über die Entwicklung ihrer Kinder und die schulischen Belange informiert zu werden. Die Eltern haben jedoch auch ständig die Möglichkeit sich telefonisch oder persönlich mit den entsprechenden Lehrkräften in Verbindung zu setzen. Auch durch die Hilfeplangespräche in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern ergeben sich weitere Beratungsmöglichkeiten mit den Eltern.

Sonstiges

Für interessierte Schüler/innen werden in den Nachmittagsstunden ab ca. 14:30 Uhr Arbeitsgemeinschaften durch die Pädagogischen Mitarbeiter angeboten. So können folgende Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung genutzt werden:

- Kleine Spiele

- Sportlich Aktiv

- Schach

- Arbeit am PC

- Erlebnispädagogik

- Gesunde Ernährung

- Musik / Band

 

Bei Schüler/innen, die Reit- oder Bewegungstherapie, die Betreuung von Therapeuten und Psychologen in Anspruch nehmen, wird durch diese Mitarbeiter/innen während der Schulzeit die gemeinsame pädagogische Arbeit ergänzt.
Des Weiteren bieten Lehrkräfte Zusatzleistungen, wie Einzelbetreuung, Hilfe bei den Hausaufgaben oder Nachhilfeunterricht an.

Die regelmäßigen Weiterbildungen der Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitern sind genauso selbstverständlich wie die Teamberatungen nach jedem Unterrichtstag.

Schlussgedanken

"Wenn wir in unserer täglichen Arbeit etwas ändern wollen, müssen wir etwas anders machen". Dies war der Ausgangspunkt unserer Überlegungen zur Entwicklung eines Schulkonzeptes, welches es uns Pädagogen und auch den Schüler/innen unserer Schule ermöglicht, miteinander den Schulalltag zu bewältigen.

Nicht selten fahren wir unzufrieden nach Hause und hinterfragen die geleistete Arbeit. Scheinbar wurde wieder nichts erreicht. Der Kopf dröhnt und der letzte Konflikt mit den Schüler/innen liegt noch schwer im Magen. "Warum tue ich mir diesen Stress Tag für Tag an?"  Eine Frage, die unseren Pädagogen nicht selten durch den Kopf gehen. 

Aber ist es nicht auch für viele Schüler/innen ein großer Schritt, die Schule überhaupt wieder regelmäßig zu besuchen? Wir glauben schon! Aus diesem Grund bemühen wir uns, die Kinder und Jugendlichen dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, um ihnen den Wiedereinstieg in den Schulalltag so einfach wie möglich zu gestalten, Freude, Spaß und Erfolgserlebnisse zu vermitteln.

Viele Abläufe unserer täglichen Arbeit sind eingespielt und tragen so zu einem in der Regel ruhigem Tagesablauf bei. Uns war es wichtig den Kindern und Jugendlichen einen strukturierten Schulalltag zu bieten, da sie sich daran schnell gewöhnen und er einfacher nachzuvollziehen ist.

Die einzelnen Unterrichtsstunden, die Pausengestaltung, der Wettbewerb und die Schulprojekte sind Maßnahmen, die sich bewährt haben. Wir sind natürlich weiter bestrebt unser Angebot, unseren Schulalltag den Anforderungen der Kinder und Jugendlichen entsprechend zu gestalten. 

Unser Schulkonzept darf jedoch nicht als starres Gebilde betrachtet werden, welches die Arbeit mit den Schüler/innen auch an anderen Schulen vereinfachen könnte. Durch unsere ständig wechselnde Schülerschaft ergeben sich im Laufe eines Schuljahres Veränderungen, auf die flexibel reagiert werden muss und kann.

Die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen, mit all ihren kleinen und großen Problemen, kann nur in einem Team erfolgreich geschehen. Hier liegt ein entscheidender  Punkt in unserer täglichen, schwierigen Arbeit. Durch unsere schon vor dem Unterricht durchgeführten Beratungen, können wir uns auf Konflikte und Probleme der Kinder, die sich am Nachmittag noch ergaben sofort reagieren oder einstellen. In diesen Gesprächen versuchen wir für uns Pädagogen und für die Schüler eine Lösung zu finden, die von vornherein einen ruhigen Start in den Schulalltag ermöglichen kann.

Allheilmittel, durch die die Gefühls- und Verhaltensstörungen "unserer" Kinder gelöst werden können, gibt es einfach nicht. Diesen Fakt haben auch wir schnell in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erfahren. Wir aber können gemeinsam mit unseren Schüler/innen den Schulalltag so gestalten, dass für uns Pädagogen und auch für die Schüler am Ende eines Tages, einer Woche oder auch eines Schuljahres ein Ergebnis steht, das abrechenbar ist. Sollte es die (erfolgreiche) Reintegration in die Regelschule sein, wäre dies natürlich der Idealfall.

In einer Beratungsrunde am Ende eines jeden Unterrichtstages werten alle Kolleg/innen aus, welche Probleme, Konflikte, aber auch Erfolge an diesem Tag zu verzeichnen waren. Hier wird in einer offenen Runde alles angesprochen, was jeden Kollegen bewegt, um von den Erfahrungen anderer Lehrkräfte zu profitieren und Hilfen für die tägliche Arbeit  finden und geben zu können. Dies trägt nach einem anstrengenden Schultag zum Wohlbefinden aller Kolleg/innen bei, denn jeder kann über seine Erlebnisse reden, um aufgetretene Probleme für sich besser zu bewältigen.

Zur weiteren Steigerung der Qualität unserer Arbeit tragen individuelle Gespräche unter den Kolleg/innen und nicht zuletzt auch das Beisammensein in lockerer Atmosphäre zum Beispiel bei Geburtstags- und anderen Feierlichkeiten bei. Im Laufe der letzten Jahre konnte sich somit ein stabiles Team entwickeln, in dem sich jeder Mitarbeiter wohl fühlen kann und sich dieses auch auf seine tägliche Arbeit überträgt. Jedes Teammitglied ist bemüht, seine Kolleg/innen bei auftretenden Schwierigkeiten oder auch bei anderen Problemen zu unterstützen. Einheitlich pädagogisches Handeln ist wichtig, insbesondere wenn man sich mit der Erziehung und Bildung von Kindern auseinandersetzt. Wir können von uns behaupten, ein gut eingespieltes Kollegium zu sein, in dem es Spaß macht zu arbeiten. Dies belegt die mitunter schon jahrelange Tätigkeit vieler Mitarbeiter/innen an unserer Schule.

Nur durch die Nutzung aller uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, kann es gelingen, die Ziele unserer Schulstruktur zu verwirklichen. So kommen wir nach Beendigung eines Schultages zu dem Schluss, dass es sich lohnt, auch diesen Kindern mit all ihren  Schwierigkeiten und Problemen, Achtung und Wertschätzung entgegenzubringen um ihnen den Einstieg in das weitere Leben zu erleichtern. Darin zeigt sich die Identifikation eines Pädagogen mit seiner Arbeit.

 

 

 

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